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Gewusst wie – Grundlagenwissen der Gleichstellungsarbeit an Thüringer Hochschulen

Die vorliegende Onlinehandreichung Gewusst wie – Grundlagenwissen der Gleichstellungsarbeit an Thüringer Hochschulen ist eine Zusammenstellung von Hinweisen zu gleichstellungsrelevanten Themen. Die Handreichung soll Ihnen den Einstieg in die vielfältigen Aufgabenbereiche der Gleichstellungsarbeit vereinfachen und Ihnen die Basics kompakt an die Hand geben. Jeder Themenbereich enthält neben einführenden Hinweisen weiterführende Links und Literaturverweise, welche umfassende Einblicke und eine komplexere Ausführung in das jeweilige Thema ermöglichen. 

Als erstes Kapitel veröffentlichen wir begleitend zu der im Juli 2023 erschienenen Neuauflage unseres Sprachleitfadens Sag’s doch GLEICH! Gendersensible Sprache an den Thüringer Hochschulen ein Kapitel zum Thema Gendersensible Sprache.

Das Grundlagenwissen wird stetig um weitere Kapitel zu verschiedenen Themen der Gleichstellungsarbeit erweitert. Aktuell sind ein Kapitel zum Thema Geschlechtliche Vielfalt an Hochschulen sowie ein Kapitel zum Thema Gendersensible Personalauswahl im Hochschulkontext in Vorbereitung.

Sollten Sie weiterführende Fragen zur Handreichung Gewusst wie – Grundlagenwissen der Gleichstellungsarbeit an Thüringer Hochschulen haben, können Sie sich jederzeit mit dem Thüringer Kompetenznetzwerk Gleichstellung in Verbindung setzen (Kontakt).


Geschlechtersensible Sprache

Sprache stellt unser wichtigstes Mittel zur Kommunikation dar. Mit Sprache treten wir mit anderen Menschen in Kontakt und sie befähigt uns, unsere Gedanken und Gefühle auszudrücken. Dies geschieht sowohl auf verbalem Weg, mittels Körpersprache, geschriebenem Text und über visuelle Medien wie Bilder oder Bildsequenzen.

Auch die geschlechtliche Gleichbehandlung spiegelt sich in unserem Kommunikationsmittel Sprache wider. Über Sprache lassen sich Wirklichkeiten abbilden und erzeugen. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass wir sprachlich Menschen nicht nur inkludieren, sondern auch (bewusst oder unbewusst) ausschließen. Durch eine geschlechtersensible Verwendung von Sprache werden Menschen unabhängig des Geschlechts gleichwertig angesprochen, sprachlich sichtbar gemacht und inkludiert sowie Diskriminierungen aufgrund des Geschlechtes vermieden.

Eine kompakte Zusammenfassung zum Thema Geschlechtersensible Sprache bietet Ihnen die im Juli 2023 veröffentlichte Neuauflage unseres Sprachleitfadens Sag’s doch GLEICH! Geschlechtersensible Sprache an Thüringer Hochschulen. Der Sprachleitfaden informiert über Möglichkeiten, Tipps und Anregungen für die Verwendung geschlechtersensibler Sprache.

Downloads:  Sprachleitfaden (Druckversion)

Wenn Sie den Sprachleitfaden ausschließlich in Textform ohne die Verwendung von illustrierten Abbildungen etc. lesen möchten, finden Sie hier eine barrierearme Textfassung des Leitfadens.

In der Onlinehandreichung Gewusst wie – Grundlagenwissen der Gleichstellungsarbeit an Thüringer Hochschulen werden die im Sprachleitfaden angesprochenen Themen um weitere Themenbereiche ergänzt und um lesenswerte Handreichungen und Literatur sowie nützliche Tools erweitert. Weiterführende Informationen finden Sie unter den jeweiligen Reitern.

 

Generisches Maskulinum: Warum die männliche Form nicht alle Geschlechter anspricht

Generisches Maskulinum: Warum die männliche Form nicht alle Geschlechter anspricht

Was bedeutet die Bezeichnung Generisches Maskulinum?
In der deutschen Sprache wird die männliche grammatikalische Sprachform (Beispiel: Mitarbeiter, Wissenschaftler, Professor) auch als „geschlechtsneutrale“ Allgemeinform verwendet, um auf Frauen und Männer, gemischtgeschlechtliche Gruppen oder Personen unbekannten Geschlechts gleichermaßen zu referieren. Diese verallgemeinernde Form wird als generisches Maskulinum bezeichnet.

Können mit dem generischen Maskulinum wirklich alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen werden?
Das generische Maskulinum ist nur scheinbar neutral und kann nicht als „geschlechtsneutrale“ Allgemeinform für alle Geschlechter angenommen werden.

Versuchen Sie es doch selbst einmal:

Gedankenexperiment

Vater und Sohn fahren im Auto. Sie haben einen schweren Unfall, bei dem der Vater sofort stirbt. Der Junge wird mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Operation wird vorbereitet, alles ist fertig als der Chef-Chirurg erscheint, blass wird und sagt: „Ich kann nicht operieren, das ist mein Sohn!“

In welchem Verwandtschaftsverhältnis stehen Chirurg und Kind?

Und, haben Sie die Lösung? Ist das Kind der Sohn eines gleichgeschlechtlichen Paares? Oder ist der Chirurg vielleicht der Stiefvater des Kindes? Die Lösung lautet: Es handelt sich um die Mutter des Kindes.

Dass es sich bei dem Chirurgen um eine Frau und/oder die Mutter des Kindes handeln könnte, kommt häufig erst später in den Sinn. Beispiele wie dieses zeigen uns sehr deutlich, dass Sprache unterbewusst Bilder in unseren Köpfen entstehen lässt. Denken Sie einmal an beliebige Personenbezeichnungen wie Professor, Arzt, Wissenschaftler oder Physiker. Häufig neigen wir dazu, uns bei diesen Bezeichnungen eher männliche Personen vorzustellen. Das ist nicht überraschend, denn psycholinguistische Studien belegen bereits seit den 1970er Jahren, dass Frauen sowie nicht-binäre Personen bei der Verwendung des generischen Maskulinums häufig nicht mitgedacht werden und sich weniger angesprochen fühlen. Formen des generischen Maskulinums sind zwar eine kurze Variante, um auf Personen zu referieren, als geschlechtsneutrale Bezeichnungen sind sie jedoch ungeeignet.

Schauen wir uns das generische Maskulinum noch einmal genauer an. Zum einen wird es genutzt, um sich speziell nur auf männliche Personen zu beziehen. Zum anderen werden damit auch gemischtgeschlechtliche Gruppen beschrieben. Teilweise werden gar reine Frauengruppen mit Hilfe der verallgemeinernden männlichen Form bezeichnet.
Dass Männer bei der Verwendung des generischen Maskulinums in jeden Fall mitgemeint sind, steht außer Frage, da sie direkt angesprochen werden. Alle anderen Geschlechter werden hingegen nur mitgemeint, aber nicht explizit angesprochen.

Äquivalent zum generischen Maskulinum, jedoch weniger gebräuchlich, ist das generische Femininum. Hierbei findet die weibliche grammatikalische Sprachform auch für männliche Personenbezeichnungen ihre Anwendung.

Generische Feminina und Maskulina sind nur scheinbar neutral. Die jeweiligen anderen Geschlechter werden zwar häufig mitgemeint, aber selten auch mitgedacht. Durch neutrale Formen oder die Verwendung geschlechtssensibler Sonderzeichen lässt sich diese Unklarheit aufheben. Hierzu finden Sie in unserem Sprachleitfaden Sag’s doch GLEICH! Geschlechtersensible Sprache an Thüringer Hochschulen zahlreiche Beispiele und Hinweise.

 

Weiterführende Literatur
Artikel
Gabriele Diewald (2018), Zur Diskussion: Geschlechtergerechte Sprache als Thema der germanistischen Linguistik – exemplarisch exerziert am Streit um das sogenannte generische Maskulinum. In: Zeitschrift für Germanistische Linguistik 46, S. 283–299.
Publikation herunterladen (letzter Zugriff am 03.07.2023)
In diesem Beitrag wird das Thema geschlechtergerechte Sprache als Sprachwandelphänomen aufgegriffen und in seinen verschiedenen linguistischen, aber auch gesellschaftlichen Facetten näher beleuchtet.

Artikel
Friederike Braun / Susanne Oelkers / Karin Rogalski / Janine Bosak / Sabine Szczesny (2007), „Aus Gründen der Verständlichkeit …“: Der Einfluss generisch maskuliner und alternativer Personenbezeichnungen auf die kognitive Verarbeitung von Texten. In: Psychologische Rundschau, 58 (3), S. 183–189.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 03.07.2023)
Die Studie stellt heraus, dass beim Gebrauch geschlechtergerechter Sprachformen Verständlichkeit und Lesbarkeit bei der Texterfassung nicht beeinflusst werden. Was die Textqualität angeht, ergaben sich für weibliche Probandinnen keine Unterschiede, die männlichen Probanden empfanden Formulierungen im generischen Maskulinum ein wenig besser verständlich. Interessanterweise konnten sie sich aber an die Inhalte der in Paarform formulierten Texte besser erinnern, als die im generischen Maskulinum.

Artikel
Pascal Gygax / Ute Gabriel / Oriane Sarrasin / Jane Oakhill / Alan Garnham (2008), Generically intended, but specifically interpreted: When beauticians, musicians, and mechanics are all men. In: Language and Cognitive Processes, 23 (3), S. 464–485.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 03.07.2023)
Die Publikation zeigt, wie die Verwendung des generischen Maskulinums im Vergleich zur Schreibweise mit Schrägstrich oder Binnen-I mehr männliche kognitive Repräsentationen verursacht.

Artikel
Dagmar Stahlberg / Sabine Sczesny (2001), Effekte des generischen Maskulinums und alternativer Sprachformen auf den gedanklichen Einbezug von Frauen. In: Psychologische Rundschau, 52 (3), S. 131–140.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 03.07.2023)
Die Veröffentlichung zeigt, dass bei der Verwendung des generischen Maskulinums in Fragen nach dem „Lieblingsautor“ vorrangig Männer genannt wurden. Bei geschlechtersensiblen Formen gab es deutlich mehr Aufzählungen von Frauen. Der kognitive Einbezug (hier von Frauen) kann demzufolge durch geschlechtergerechte Formen verbessert werden.

Artikel
Christopher Blake / Christoph Klimmt (2010), Geschlechtergerechte Formulierungen in Nachrichtentexten. In: Publizistik, 55, S. 289–304.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 03.07.2023)
Die Studie ergab keine signifikanten Unterschiede der Lesbarkeit von in geschlechtergerechter Sprache formulierten Texten im Vergleich zu im generischen Maskulinum formulierten Texten.

Artikel
Lisa Irmen / Nadja Roßberg (2004), Gender Markedness of Language: The Impact of Grammatical and Nonlinguistic Information. In: Journal of Language and Social Psychology, 23 (3), S. 272–307.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 03.07.2023)
Schlussgefolgert werden konnte, dass sowohl Genus als auch stereotypische Geschlechterrollen einen Einfluss auf die kognitive Repräsentation haben. Um Gleichstellung dauerhaft herzustellen, genügt die Verwendung neutraler Formen nicht aus.

Artikel
Elke Heise (2000), Sind Frauen mitgemeint? Eine empirische Untersuchung zum Verständnis des generischen Maskulinums und seiner Alternativen. In: Sprache & Kognition 19 (1/2), S. 3–13.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 03.07.2023)
Die Studie fand heraus, dass die Verwendung generisch maskuliner Formen zu mehr mentalen Repräsentationen männlicher Personen führt als die sprachlichen Alternativen (Schrägstrich und Binnen-I). Ausschließlich die Verwendung der Schrägstrich-Schreibweise erzeugte eine Gleichverteilung männlicher und weiblicher Repräsentationen. Die Binnen-I-Form führte zu einem höheren Anteil repräsentierter Frauen.

Artikel
Lisa Irmen / Vera Steiger (2005), Zur Geschichte des Generischen Maskulinums: Sprachwissenschaftliche, sprachphilosophische und psychologische Aspekte im historischen Diskurs. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik. Deutsche Sprache in Gegenwart und Geschichte, 33 (2-3), S. 212–235.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 03.07.2023)
Der Beitrag beleuchtet die Entwicklung des generischen Maskulinums als sprachliche Konvention und konzentriert sich auf seine Entstehung und Verwendung im Deutschen. Die Untersuchung von Theorien des grammatischen Geschlechts von der Antike bis ins 20. Jahrhundert zeigt, dass der Gebrauch des generischen Maskulinums nicht als rein formales Merkmal der Sprache, sondern als Ausdruck des Zeitgeistes sowie zeitgenössischer sozialer und kultureller Bedingungen betrachtet werden kann.

Artikel
Carolin Müller-Spitzer (2022), Zumutung, Herausforderung, Notwendigkeit? Zum Stand der Forschung zu geschlechtergerechter Sprache. In: APuZ. Aus Politik und Zeitgeschichte, 28.01.2022.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 03.07.2023)
Der Artikel beleuchtet die Bandbreite von linguistischen Aspekten und empirischen Studien rund um das Thema geschlechtergerechte Sprache.

 

Geschlechtersensible Ansprache

Geschlechtersensible Ansprache

Den Großteil der Menschen verbindet der eigene Name stark mit ihrer Identität. Aus diesem Grund sollten Sie bei der Anrede von Personen deren bevorzugte Ansprachen sowie gewünschten Pronomen Beachtung schenken und diese respektieren.

Ist uns das Geschlecht unseres Gegenübers bekannt, ist die Verwendung einer geschlechtersensiblen Ansprache wie zum Beispiel Sehr geehrte Frau Professorin Müller einfach umsetzbar. Kennen wir das Geschlecht und bevorzugte Pronomen einer Person nicht, wird es schwieriger. Um ggf. eine falsche Zuschreibung des Geschlechts anhand des Vornamens oder des Aussehens einer Person zu vermeiden, empfiehlt sich in diesem Fall die Verwendung einer genderneutralen Ansprache.

Wie können Sie Personen geschlechterneutral ansprechen?

Geschlechterneutrale Anrede im Singular:
Beispiele:
Guten Tag Ive Müller
Liebe*r | Sehr geehrte*r Ive Müller
statt: binäre Ansprachen wie „Herr“ oder „Frau“

Geschlechterneutrale Anrede im Plural:
Beispiele:
Sehr geehrte Interessierte | Mitarbeitende | Beschäftigte
Sehr geehrtes Publikum | Team | Kollegium | Präsidium
statt: Sehr geehrte Damen und Herren, …

Verwendung des Vor- und Nachnamens anstelle des Pronomens oder der binären Ansprachen „Herr“ oder „Frau“
Beispiele:
Kannst du Ive Müller bitten, den Vorgang zu bearbeiten?
statt: Kannst du ihn/sie bitten, den Vorgang zu bearbeiten?

Als nächstes spricht Ive Müller zum Thema …
statt: Als nächstes spricht Herr Müller zum Thema …

Alternativ zur genderneutralen Ansprache: Erfragen der gewünschten Anrede
Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie eine Person ansprechen sollen bzw. wie eine Person angesprochen werden möchte, können Sie bei Bedarf auch das gewünschte Pronomen Ihres Gegenübers erfragen.

Beispiel:  Mit welchem Pronomen möchten Sie/möchtest du gern angesprochen werden?

Über das von Ihrem Gegenüber gewünschte Pronomen können Sie die passende Anrede ableiten.
Auch Sie erleichtern Ihrem Gegenüber die Ansprache, wenn Sie in Ihrer Kachel bei Videokonferenzen oder in Ihrer E-Mail-Signatur Ihr bevorzugtes Pronomen für die eigene Ansprache angeben:

Beispiel Zusatz Videokonferenz:
Ive Müller (er/ihm)

Beispiel Zusatz E-Mail Signatur:
Mein bevorzugtes Pronomen ist er/ihm. Gerne können Sie mir mitteilen, welche Ansprache Sie bevorzugen.

Wie können Sie nicht-binäre Personen diskriminierungsfrei ansprechen?
Um sich sprachlich auf eine Person zu beziehen, werden im Deutschen häufig binäre Pronomen wie „er/sein“ und „sie/ihr“ genutzt. Diese Pronomen werden genutzt, um das Geschlecht einer Person anzuzeigen. Menschen, welche sich außerhalb des binären Geschlechtersystems einordnen, werden durch binäre Pronomen sprachlich ausgeschlossen.

Um Personen außerhalb des binären Systems anzusprechen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Neben den oben vorgestellten Varianten der geschlechterneutralen Ansprache von Personen können auch sogenannte Neopronomen verwendet werden. Als Neopronomen werden neu kreierte Pronomen ohne spezifische Geschlechtszuweisung bezeichnet.

Aus dem Englischen kennen wir bereits geschlechtsneutrale Pronomen wie „they/them“. In Schweden hat sich das Pronomen „hen“ als geschlechtsneutrales Pronomen durchgesetzt. Für den deutschen Sprachraum konnte sich bislang kein geschlechtsunabhängiges Pronomen etablieren. Allerdings kommen bereits verschiedene Varianten, wie zum Beispiel sier, sie*er, si_er, xier, dey oder they/them zur Anwendung. 

ACHTUNG! 
Verwenden Sie Neopronomen zur Ansprache einer Person ausschließlich, wenn Ihnen diese bekannt sind oder Sie diese erfragt haben:

Beispiel: 
Kannst du xien fragen, ob xier den Zusammenhang noch einmal erklären kann?
statt: Kannst du ihn/sie fragen, ob er/sie den Zusammenhang noch einmal erklären kann?

 

Weiterführende Literatur
Empfehlung
Wiebke Fuchs / Conny-Hendrik Kempe-Schälicke / Eike Richter / Jannik Franzen (2017), Geschlechtliche Vielfalt im Öffentlichen Dienst. Empfehlungen zum Umgang mit Angleichung und Anerkennung des Geschlechts im öffentlichen Dienst, hg. von der Bundesvereinigung Trans* e.V., Berlin.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Empfehlungen zum Umgang mit Angleichung und Anerkennung des Geschlechts im öffentlichen Dienst.

Radiointerview
Robin Köhler (2019), Drittes Geschlecht in der Sprache. Wie rede ich am besten mit Non-Binarys?, Bayerischer Rundfunk, Redaktion PULS, München.
Weiterführend zum Interview siehe https://www.br.de/puls/ansprache-nonbinary-people-100.html (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Ein Interview, was sowohl nicht-binäre Geschlechtsidentitäten, als auch deren Ansprache und andere hilfreiche Tipps kurz und knapp zusammenfasst.

Informationsportal
Das Regenbogenportal – Informationspool der Bundesregierung zu gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und geschlechtlicher Vielfalt, hg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin.
Weiterführend siehe https://www.regenbogenportal.de/ (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Das Regenbogenportal ist der Informationspool des BMBF zu gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und geschlechtlicher Vielfalt.

Artikel
Infoartikel: Trans* Menschen respektvoll und solidarisch begegnen, In: Das Regenbogenportal – Informationspool der Bundesregierung zu gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und geschlechtlicher Vielfalt, hg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin.
Weiterführend siehe https://www.regenbogenportal.de/informationen/trans-menschen-respektvoll-und-solidarisch-begegnen (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Der Beitrag thematisiert die richtige Ansprache von trans*Personen.

Artikel
Sophie Aschenbrenner / René_ Hornstein (21.02.2020), Nicht-binäre Menschen, wie wollt ihr genannt werden? Und warum ist euch das richtige Pronomen so wichtig? JETZT Süddeutsche Zeitung.
Weiterführend siehe https://www.jetzt.de/querfragen/querfrage-nicht-binaere-menschen-wie-wollt-ihr-genannt-werden-und-warum-ist-der-richtige-artikel-so-wichtig (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Erfahrungsbericht von nicht-binären Menschen zur Verwendung von Pronomen.

Informationsportal
Nichtbinär Wiki
Weiterführend siehe: http://nibi.space/pronomen (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Umfangreicher Beitrag zu verschiedenen Pronomen.

Informationsportal
NoNa-System für geschlechtsneutrales Deutsch
Weiterführend siehe: https://geschlechtsneutralesdeutsch.com/ (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Beiträge zur Sichtbarmachung von geschlechtsdiversen, genderqueeren, agender und/oder nicht-binären Menschen in der deutschen Sprache.

Geschlechtersensible Sprache in Stellenanzeigen

Geschlechtersensible Sprache in Stellenanzeigen

Stellenanzeigen sind eines der wichtigsten Instrumente, wenn es um die Rekrutierung von Personal geht. Sie ermöglichen den ersten Kontakt zwischen der Hochschule und zukünftigen Mitarbeiter*innen und beeinflussen Bewerber*innen, sich auf eine Stellenausschreibung bewerben zu wollen. Sprache spielt dabei eine entscheidende Rolle und kann Bewerber*innen im besten Fall zu einer Bewerbung ermuntern. 

Um mit Stellenausschreibungen qualifizierte Personen unabhängig ihres Geschlechts anzusprechen, empfehlen sich neutrale oder geschlechtersensible Formulierungen.

Titel der Ausschreibung
‘Oft wird im Titel einer Ausschreibung die männliche Berufsbezeichnung mit dem Zusatz (m/w/d) (= männlich, weiblich, divers) genutzt. Durch Verwendung des generischen Maskulinums fühlen sich zum Beispiel Frauen trotz des Zusatzes (m/w/d) weniger motiviert sich auf eine Stelle zu bewerben. 

Für die Ansprache aller Personen unabhängig des Geschlechts empfiehlt sich die Verwendung einer geschlechterneutralen Berufsbezeichnung. 

Beispiel: 
Geschäftsführung statt: Geschäftsführer
Verwaltungsfachkraft statt: Verwaltungsfachangestellter
Teamassistenz statt: Sekretär

Alternativ können Berufsbezeichnungen durch die Verwendung von Sonderzeichen geschlechterneutral umgesetzt werden. Durch die Verwendung des Gender-Sterns oder Gender-Doppelpunktes (zur Verwendung von Sonderzeichen siehe weiterführend im Sprachleitfaden Sag’s doch GLEICH!) sprechen Sie alle Personen gleichermaßen respektvoll und diskriminierungsfrei an und beziehen alle Geschlechtsidentitäten mit ein. 

Beispiel:  
Bibliothekar*in statt: Bibliothekar
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in statt: Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Pädagoge*Pädagogin statt: Pädagoge

Ausschreibungstext
Eine geschlechterinklusive Berufsbezeichnung im Titel einer Stellenausschreibung allein ist laut Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2020) nicht ausreichend. Vielmehr ist in allen Teilen einer Stellenausschreibung – etwa auch bei der Stellenbeschreibung oder Abbildung des Anforderungsprofils – auf sprachliche Inklusion aller Geschlechter zu achten. Eine direkte oder personalisierte Ansprache kann dabei helfen, geschlechtsspezifische Bezeichnungen zu umgehen.

Beispiele:
Sie haben Erfahrung im Umgang mit … 
statt: Der/Die Bewerber/in sollte Erfahrung im Umgang mit … haben. 

Wenn Sie teamfähig sind und Praxiserfahrungen haben, melden Sie sich bitte bei uns. 
statt: Wir suchen eine/n erfahrene/n und teamfähige/n Mitarbeiter/in.

Laut Studien spielt die Formulierung von Stellenausschreibungen, bei der Intention sich auf eine Stelle zu bewerben, eine entscheidende Rolle. So fühlen sich u. a. Bewerberinnen von männlich-konnotierten Wörter wie „zielstrebig, selbstständig, führend, wettbewerbsorientiert, dominant“ nachweislich weniger angesprochen.
Wenn Sie mit Ihrer Stellenausschreibung ein breites Bewerber*innenfeld ansprechen möchten, versuchen Sie den Ausschreibungstext so (geschlechts-)neutral wie möglich zu formulieren und auf geschlechts-konnotierte Wörter zu verzichten.

Beispiele:  
Die Tätigkeit umfasst die Zuständigkeit für eine internationale Forschungsgruppe und den wissenschaftlichen Nachwuchs.
statt: Die Tätigkeit umfasst die Leitung einer Forschungsgruppe sowie die Führung und Anleitung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Erwartet werden eine Vertretung des Fachbereichs in Forschung und Lehre.
statt: Erwartet werden eine ausgeprägte Leistungs- und Wettbewerbsorientierung sowie Zielstrebigkeit in Forschung und Lehre.

 

Weiterführende Literatur
Studie
Danielle Gaucher / Justin Friesen / Aaron. C. Kay (2011), Evidence That Gendered Wording in Job Advertisments Exists and Sustains Gender Inequality. In: Journal of Personality and Social Psychology, 101(1), S. 109–128.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Studie zum Thema Sprache in Stellenanzeigen, welche herausfand, dass unabhängig von einem männerdominierten oder frauendominierten Beruf nur die Wahl der Wörter einen Einfluss darauf hatte, ob eine Stelle für die lesende Person attraktiv wirkte oder nicht. 

Studie
Lisa Horvath / Elisa Merkel / Anne Maass / Sabine Sczesny (2016), Does Gender-Fair Language Pay Off? The Social Perception of Professions from a Cross-Linguistic Perspective. In: Frontiers in Psychology, 6, S. 1–12.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Die Studie stellt den positiven Effekt von Beidnennungen und geschlechtsneutralen Formulierungen in Stellenausschreibungen heraus. Die Ergebnisse zeigen, dass Stellenausschreibungen mit der Verwendung von Beidnennungen statt des generischen Maskulinums von Frauen und Männern als attraktiver bewertet wurden und sie sich gleich häufig bewarben.

Studie
Lea Hodel / Magdalena Formanowicz / Sabine Sczesny / Jana Valdrová / Lisa von Stockhausen (2017), Gender-Fair Language in Job Advertisements: A Cross-Linguistic and Cross-Cultural Analysis. In: Journal of Cross-Cultural Psychology, 48 (3), S. 384–401.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
In der Studie wurde untersucht, ob und wie die Verwendung geschlechtergerechter Sprache mit sprachlichen, kulturellen und sozioökonomischen Unterschieden zwischen Ländern mit grammatikalischen Geschlechtersprachen zusammenhängt. 

Studie
Lisa K. Horvath / Sabine Sczesny (2016), Reducing the lack of fit for women with leadership? Effects of the wording of job advertisements. In: European Journal of Work and Organizational Psychology, 25 (2), S. 316–328.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Horvarth und Sczesny konnten zeigen, dass bei der Nennung beider Geschlechter in Stellenanzeigen Männer weniger häufig bevorzugt und Frauen vergleichbar oft in Führungspositionen eingestellt wurden. Des Weiteren äußern Frauen bei der Nutzung weiblicher Formen in Stellenanzeigen eine höhere Bewerbungsabsicht.

Studie
Tamás J. Fütty / Marek S. Höhne / Eric Llaveria Caselles, Eric (2020), Geschlechterdiversität in Beschäftigung und Beruf. Bedarfe und Umsetzungsmöglichkeiten von Antidiskriminierung für Arbeitgeber_innen, hg. von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Berlin.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 05.07.2023)
In dieser Studie werden Handlungsbereiche zur Inklusion nicht-binärer Menschen am Arbeitsplatz identifiziert und weiterentwickelt. Ziel ist es, eine Sensibilisierung für das Thema geschlechtliche Vielfalt sowie konkrete Handlungsempfehlungen zur Umsetzung von Inklusion geschlechterdiverser Mitarbeiter*innen anzubieten.

Studie
Tanja Hentschel / Susanne Braun / Claudia Peus / Dieter Frey (2014), Wording of advertisements influences women’s intention to apply for career opportunities. Paper presented at the 74th Annual Meeting der Academy of Management, Philadelphia.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Die vorgestellte Studie besteht aus 3 Teilen und konnte nachweisen, dass Frauen in Stellenanzeigen positiver auf weiblich-konnotierte Wörter (wie z. B. einfühlsam, kollegial oder zuverlässig) als auf männlich-konnotierte (wie durchsetzungsstark, dominant oder ehrgeizig) reagierten. Sie empfanden weiblich formulierte Anzeigen attraktiver, fühlten sich mehr angesprochen und ihre Bewerbungsabsicht war höher. Im dritten Teil der Studie konnte gezeigt werden, dass sich männlich-konnotierte Formulierungen nur dann negativ auf Frauen auswirkten, wenn die einstellende Person ein Mann war. Für Männer konnte dieser Effekt nicht beobachtet werden.

Präsentation
Hans W. Jablonski / Tanja Hentschel / Tobias E. Neuhaus (2015), Wieder nicht alle erreicht? Diversity Wording für eine effiziente Ansprache vielfältiger Zielgruppen. Workshop-Beitrag an der Diversity Konferenz, 5.11.2015 und 6.11.2015, Berlin.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Präsentation zur Diversity Konferenz von 2015 zur geschlechtersensiblen Ansprache und Formulierung in Stellenanzeigen.

Leitfaden
Caren Brendel / Agnes Speck (2021), Mitgemacht statt mitgedacht– Grundlagen und praktische Anwendungen einer „Sprache für alle“. Begleittext zum Online-Tutorial „Eine Sprache für alle“ für einen gendergerechten Sprachgebrauch, hg. vom Gleichstellungsbüro der Universität Heidelberg.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Grundlagen und praktische Anwendungen einer geschlechtergerechten Sprache, die sich in Kapitel 6.2 explizit mit dem Thema Stellenausschreibungen beschäftigen.

Leitfaden
Annelene Gäckle (2021), ÜberzeuGENDERe Sprache. Leitfaden für eine geschlechtersensible Sprache, Universität Köln.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Kurze Beschreibung geschlechtergerechter Sprache in Stellenanzeigen.

Leitfaden
Geschlechtersensible Sprache – Ein Leitfaden, hg. vom Koordinationsbüro für Frauenförderung und Gleichstellung der Technischen Universität Berlin, 2. aktualisierte Auflage, Berlin 2020.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Kompakte Hinweise zur Umsetzung geschlechtersensibler Stellenanzeigen mit hilfreichen Formulierungsbeispielen.

Geschlechtersensible Bildsprache

Geschlechtersensible Bildsprache

Neben gesprochener und geschriebener Sprache gehören Illustrationen und Bilddarstellungen zu unserer alltäglichen Kommunikation. Und auch Bilder sind realitätsabbildend und realitätskonstruierend, prägen unsere Wahrnehmung, können Menschen inkludieren oder ausschließen und Diskriminierungen reproduzieren. Welche Bilder, Fotos, Zeichnungen, Illustrationen, Animationen, Videos usw. wir auswählen und verwenden, ist deshalb nicht irrelevant.

Medien gestalten und prägen unterbewusst unser Bild von Gesellschaft und je öfter eine bestimmte Situation in den Medien, auf Websites oder in der Werbung zu sehen ist, desto eher neigen wir dazu, diese Darstellung als „Norm“ anzusehen. In den meisten Fällen sind wir uns dieser Beeinflussung gar nicht bewusst. Dennoch liegt es in unserer Verantwortung, Illustrationen und Bilddarstellungen so auszuwählen, dass die vom Bild ausgehende Botschaft unserer Intention entspricht und Diskriminierungen etwa durch stereotype oder klischeehafte Darstellungen vermieden werden.


Welche Aspekte sollten bei der Umsetzung einer geschlechtersensiblen Bildsprache beachtet werden?

1. Geschlechtervielfalt abbilden
Bei Ihrer Bildauswahl sollten Sie darauf achten Vielfalt abzubilden, ein heterogenes Bild der Geschlechter zu zeichnen, Geschlechterstereotype zu hinterfragen und Diskriminierungen abzubauen.

Gesellschaftlich bestehen ganz unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen darüber, was typisch für ein bestimmtes Geschlecht ist. Auf Bildern werden Geschlecht und Geschlechterrollen oft stereotypisierend und binär (Frau/Mann) dargestellt. Neben den binären Geschlechtern Frau und Mann gibt es noch weitere Geschlechtsidentitäten, dennoch kommen Lebensrealitäten nicht-binärer, trans- oder intergeschlechtlicher Menschen in Bilddarstellungen nur selten oder gar nicht vor.

Durch eine geschlechterinklusive Bildauswahl vermitteln Sie Betrachter*innen, dass alle Geschlechtsidentitäten Teil unserer Gesellschaft sind und können so allen Menschen mit Respekt, Akzeptanz und Wertschätzung begegnen.

Achten Sie bei Ihrer Bildauswahl darauf:

  • geschlechtliche Vielfalt und ein heterogenes Bild der Geschlechter abzubilden,
  • geschlechtsspezifische Merkmale nicht zu betonen,
  • keine Klischees und stereotype Darstellungen der Geschlechter und Geschlechterrollen zu reproduzieren,
  • alle abgebildeten Personen gleichwertig darzustellen.

2. Identifikationsangebote machen
Versuchen Sie auf Ihren Bildern die Vielfalt aller Menschen gleichermaßen zu repräsentieren, so dass alle Betrachter*innen sich angesprochen fühlen können. Häufig ordnen wir die auf Bildern dargestellten Personen den binären Kategorien Mann oder Frau zu. Dies geschieht unterbewusst durch vermeintlich eindeutige Merkmale wie z. B. Körperbau, Kleidung, Frisuren oder auch Tätigkeiten. Seien Sie in Ihren Bildern so vielfältig wie auch unsere Gesellschaft es ist. Je mehr die mediale Abbildung von Vielfalt der Realität entspricht, desto eher können sich Menschen mit dieser identifizieren.

Versuchen Sie zudem auch andere Diversitätskategorien (wie Alter, Herkunft, Behinderung usw.) zu berücksichtigen. So schaffen Sie für die Betrachter*innen verschiedene Möglichkeiten der Identifikation. Brechen Sie themenspezifische Besetzungen auf und bilden Sie das breite Spektrum der Diversitätsdimensionen in Ihren Bildern und Darstellungen ab.

Achten Sie bei Ihrer Bildauswahl darauf:

  • bisher medial unterrepräsentierte Personengruppen explizit abzubilden.
  • äußere Erscheinungsmerkmale der dargestellten Personen diverser zu gestalten (bilden Sie z. B. ein Mann mit langen Haaren oder eine Frau im Anzug ab).
  • Vielfalt im Bild gezielt zu steuern und die Heterogenität von Menschen etwa in Bezug auf Alter, Religionszugehörigkeit bzw. Weltanschauung usw. in Ihrer Bildauswahl zu berücksichtigen (beispielsweise indem Sie nach Darstellungen von Personen suchen, die den verschiedenen Diversitätskategorien entsprechen. ACHTUNG: Bilden Sie Vielfalt auf allen Ebenen ab und berücksichtigen Sie zum Beispiel People of Color nicht nur zur Darstellung internationaler Themen oder Menschen mit Behinderung nur im Bereich Inklusion.).

3. Stereotype aufbrechen
In unserer Gesellschaft existieren stereotype Vorstellungen über Geschlecht und Geschlechterrollen. Bilder und Darstellungen können existierende Stereotype fortführen, verstärken und Facetten unserer gesellschaftlichen Realität außer Acht lassen.

Um Stereotype und geschlechtsbezogene Annahmen aufzubrechen, sollten Sie bei Ihrer Bildauswahl Personen abbilden, die bisher medial unterrepräsentiert sind sowie stereotype Darstellungen der Geschlechterrollen und die Abbildung von Klischees und geschlechtsspezifischen Merkmalen vermeiden.

Achten Sie bei Ihrer Bildauswahl darauf:

  • Klischees und stereotype Darstellungen der Geschlechter zu vermeiden (z. B. indem Sie auch Frauen in Führungspositionen als kompetente Expertinnen abbilden).
  • stereotype Darstellungen aufzubrechen, indem Sie beispielsweise Bilder von Menschen in „geschlechtsuntypischen“ Rollen und Berufen präsentieren (zeigen Sie z. B. im MINT-Bereich Abbildungen von Frauen als Ingenieurin oder bei Abbildungen zur Vereinbarkeit von Beruf & Familie nicht nur Frauen bei der Ausübung von Care-Aufgaben).
  • Betrachter*innen zum Nach- und Umdenken anzuregen (z. B. Abbildung eines Mannes im Hörsaal mit einem Kind auf dem Schoß).
  • die abgebildeten Personen gleichermaßen handelnd und in gemeinsamen Aktionen darzustellen (vermeiden Sie z. B. bei der Abbildung einer Gesprächssituation eine einseitige Darstellung mit einer übergeordnet erklärenden Person neben passiv zuhörenden Personen, sondern stellen Sie die Personen im gemeinsamen Austausch gleichermaßen aktiv handelnd dar).

4. Bildkompositionen beachten
Abgebildete Personen sollten bezüglich Bildgröße, Bildausschnitt und räumlicher Position gleichwertig, gleichermaßen aktiv handelnd und selbstbestimmt dargestellt werden. Durch ungleiche Größenverhältnisse oder die visuelle Hervorhebung (z. B. durch Schärfe, Position im Raum) können bestehende Hierarchieverhältnisse und stereotype Ungleichheiten verstärkt werden. Wenn Sie beispielsweise medial unterrepräsentierte Personen visuell ins Zentrum setzen, können diese mehr fokussiert und somit als „Norm“ präsentiert werden.

Achten Sie bei Ihrer Bildauswahl darauf:

  • in welcher Häufigkeit bestimmte Personen(-gruppen) oder Geschlechter gezeigt werden.
  • vermeiden Sie die Zentralsetzung eines bereits überrepräsentierten Geschlechts (stellen Sie stattdessen unterrepräsentierte Geschlechter z. B. durch Bildschärfe, Bildposition oder abgebildete Aktivität häufiger ins Zentrum).
  • gesellschaftliche Machtverhältnisse und Hierarchieebenen durch Ihre Bildkomposition nicht zu bestärken, sondern diese durch eine gleichwertige Positionierung und Darstellung der gezeigten Personen aufzubrechen (achten Sie z. B. darauf, die Größenverhältnisse der abgebildeten Personen und Geschlechter gleichwertig umzusetzen).

Weiterführende Informationen und Anregungen für eine geschlechtergerechte Bildkomposition und Darstellung können Sie den nachfolgenden Literaturempfehlungen entnehmen. Hier finden Sie auch zahlreiche Beispiele für geschlechtergerecht umgesetzte Bilddarstellungen sowie Hinweise für gelungene Abbildungen weiterer Diversitätsdimensionen neben der Kategorie Geschlecht.

 

Weiterführende Literatur
Leitfaden
Handlungsempfehlungen für eine diversitätssensible Mediensprache, hg. vom Gleichstellungsbüro der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 2016.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Sehr umfangreiche und detaillierte Handreichung zu geschlechtergerechter Bildsprache in verschiedenen Medien (Bilder, Videos, etc.). Er enthält viele praktische Tipps, Bildbeispiele und konkrete Handlungsempfehlungen.

Leitfaden
Geschlechtergerechte Bildgestaltung, Universität Kassel
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Kurze und übersichtliche Zusammenfassung mit Tipps zur geschlechtergerechten Bildgestaltung mit Bildbeispielen aus dem universitären Bereich.

Leitfaden
Geschlechtergerecht in Text und Bild, hg. von der Universität Zürich, Zürich 2018.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Anschauliche und übersichtliche Hinweise für eine geschlechtersensible Bildsprache. Der Leitfaden beinhaltet Beispiele und kurze Hinweise für eine geschlechtersensible Bildgestaltung.

Plattform
Projekt Genderleicht.de – Plattform für gendersensible Berichterstattung des Journalistinnenbunds
Zu diskriminierungsfreier Bildgestaltung siehe unter https://www.genderleicht.de/bild/ (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Kurze und kompakt zusammengefasste Bildgestaltungstipps für die diskriminierungsfreie Darstellung von Geschlechterdiversität.

Leitfaden
Ausgesprochen vielfältig. Diversitätssensible Kommunikation in Sprache und Bild. Eine Handlungsempfehlung, hg. von der Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen (KCS), Leipzig 2021.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Kurze und kompakte Hinweise zur Umsetzung geschlechtergerechter Bildsprache mit Handlungsempfehlungen.

Leitfaden
Geschlechtersensible Sprache – Ein Leitfaden, hg. vom Koordinationsbüro für Frauenförderung und Gleichstellung der Technischen Universität Berlin, 2. aktualisierte Auflage 2020.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Kompakte Hinweise zur Umsetzung geschlechtergerechter Bildsprache mit Bildbeispielen zur Veranschaulichung.

Fotodatenbank
Gesellschaftsbilder. Die Fotodatenbank mit neuen Perspektiven
Weiterführend siehe https://www.gesellschaftsbilder.de/ (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Gesellschaftsbilder.de ist eine Projekt des Berliner Vereins SOZIALHELDEN e.V. mit einer Fotodatenbank für Redaktionen, Medienmacher*innen, Blogger*innen sowie alle Interessierte, welche für ihre Arbeit geeignete Bilder zur Abbildung von Vielfalt fernab von Klischees suchen.

Wie lassen sich Anglizismen geschlechterneutral formulieren?

Wie lassen sich Anglizismen geschlechterneutral formulieren?

Anglizismen bezeichnen Wörter, die aus der englischen Sprache ins Deutsche übernommen werden (Beispiel: Trainer, Star, Coach). Bis auf wenige Ausnahmen (z. B. actor/actress) wird in der englischen Sprache keine Unterscheidung zwischen der weiblichen und männlichen Form vorgenommen.

Bezeichnungen wie zum Beispiel aus dem Englischen in das Deutsche übernommene Berufs- oder Personenbezeichnungen (Beispiel: Manager, Rekruter, Teamleader) hingegen sind nicht geschlechtsneutral. Um auch Frauen und nicht-binäre Personen sprachlich einzubeziehen, sollte bei dieser Art von Anglizismen auf eine geschlechtersensible Formulierung zurückgegriffen werden. Viele englische Worte haben im Deutschen die Endung -er, welche sich für die Variante geschlechtersensibler Sprache mit dem Gendersternchen gut eignen. In manchen Fällen ist auch eine Umformulierung mittels neutraler Form möglich.

Varianten geschlechterneutraler Anglizismen:
Anglizismen mit der Endung -er:
Manager*in | Management | Führungskraft statt: Manager
Teamleader*in | Teamlead statt: Teamleader

Umformulierungen:
Trainer*in statt: Coach 

Markierung über den Artikel:
der*die Coach statt: Coach
der*die Guide statt: Guide

 

Weiterführende Literatur
Genderwörterbuch
Johanna Usinger / Philipp Müller (2021), Englische Berufsbezeichnungen – gendern oder nicht?. Geschickt gendern – das Genderwörterbuch, Kiel.
Weiterführend siehe https://geschicktgendern.de/englische-berufsbezeichnungen-gendern-oder-nicht/ (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Die Website bietet zahlreiche Informationen für geschlechtergerechtes Formulieren und u. a. Hinweise zur geschlechtersensiblen Formulierung von englischen Berufsbezeichnungen.

Beitrag
Kristin Kopf (2022), Ist Sharon Manager? Anglizismen und das generische Maskulinum. In: Genus – Sexus – Gender, hg. von Gabriele Diewald/Damaris Nübling, De Gruyter: Berlin, S. 65–104.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 04.06.2023)
Die Studie beleuchtet die Übernahme englischer Begrifflichkeiten in die deutsche Sprache. Insbesondere wurde geschaut, ob die Entlehnungen mit der weiblichen Endung -in versehen werden oder nicht.

Leitfaden
Changing Language Together. Guidelines for the Use of Gender-Inclusive Language, hg. vom Gleichstellungsbüro der Bauhaus-Universität Weimar.
Weiterführend siehe https://www.uni-weimar.de/en/university/structure/central-university-facilities/equal-opportunity-office/gender-sensitive-language/changing-language-together/ (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Der Leitfaden für die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache bietet Hintergrundinformationen und praktische Strategien, die Ihnen helfen können, in Ihrer schriftlichen und mündlichen Kommunikation auf Englisch achtsamer, inklusiver und präziser zu sein.

Weiterführende Leitfäden zum Thema gendersensible Sprache

Weiterführende Leitfäden zum Thema gendersensible Sprache

Sprachleitfaden: Sprache gemeinsam verändern, hg. vom Gleichstellungsbüro der Bauhaus-Universität Weimar.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)

Changing Language Together. Guidelines for the Use of Gender-Inclusive Language, hg. vom Gleichstellungsbüro der Bauhaus-Universität Weimar.
Weiterführend siehe hier: (letzter Zugriff am 05.07.2023)

Fair in der Sache – Fair in der Sprache. Regelungen zu geschlechtergerechter und inklusiver Sprache und Kommunikation, hg. von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)

Genderleitfaden (2022), hg. vom Studierendenwerk Thüringen.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)

Genderleitfaden (2022), hg. vom Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Geschlechtersensible Sprache – Ein Leitfaden (2020), hg. vom Koordinationsbüro für Frauenförderung und Gleichstellung der Technischen Universität Berlin, 2. aktualisierte Auflage.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Annelene Gäckle (2021), ÜberzeuGENDERe Sprache. Leitfaden für eine geschlechtersensible Sprache, hg. von der Universität Köln.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Dem Geschlecht gerecht. Leitfaden zur genderinklusiven Kommunikation in Sprache und Bild (2021), hg. von der Technischen Universität Dresden.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Geschlechtersensible Sprache – Ein Leitfaden (2020), hg. vom Koordinationsbüro für Frauenförderung und Gleichstellung der Technischen Universität Berlin, 2. aktualisierte Auflage.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Sprache ist vielfältig – Leitfaden der HU für geschlechtergerechte Sprache. Ein Leitfaden für geschlechtergerechte (Bild-)Sprache für Mitarbeiter*innen, Studierende und Dozierende an der Humboldt-Universität zu Berlin (2019), hg. vom Büro der zentralen Frauenbeauftragten an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Was tun? Sprachhandeln – aber wie? W_Ortungen statt Tatenlosigkeit! (2015), hg. von der AG Feministisch Sprachhandeln der Humboldt-Universität zu Berlin, 2. Auflage.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Fair und inklusiv in Sprache und Bild – Ein Leitfaden für die WU (2017), hg. von der Wirtschaftsuniversität Wien, 2. Auflage.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Caren Brendel / Agnes Speck (2021), Mitgemacht statt mitgedacht– Grundlagen und praktische Anwendungen einer „Sprache für alle“. Begleittext zum Online-Tutorial „Eine Sprache für alle“ für einen gendergerechten Sprachgebrauch, hg. vom Gleichstellungsbüro der Universität Heidelberg.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 05.07.2023)

Eine Sprache, die alle anspricht. Geschlechterbewusste Sprache in der Praxis (2013), hg. von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Frankfurt.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 05.07.2023)

 

Nützliche Tools zur Verwendung geschlechtersensiblerer Sprache

Nützliche Tools zur Verwendung geschlechtersensiblerer Sprache

Gend-o-mat – eine Annäherung an den gendersensiblen Sprachgebrauch
„Wie geht das mit dem gendersensiblen Sprachgebrauch?“ — Dieser Frage geht der gend-o-mat des Gleichstellungsbüros der Bauhaus-Universität Weimar nach. Das Online-Tool gibt Anregungen und bietet anhand konkreter Beispiele eine Annäherung an das gendersensible Formulieren.
Weiterführend siehe https://www.uni-weimar.de/projekte/gend-o-mat/1 (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Geschickt gendern – das Genderwörterbuch
Johanna Usinger und Philipp Müller bieten mit Geschickt gender – das Genderwörterbuch zahlreiche Inspirationen und Informationen für geschlechtergerechtes Formulieren. Anhand einer praktischen Suchfunktion können Vorschläge zur geschlechtersensiblen Formulierung abgerufen werden.
Weiterführend siehe https://geschicktgendern.de/ (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Genderleicht.de
Das Projekt Genderleicht.de des Journalistinnenbundes e.V. bietet zahlreiche nützliche Tipps & Tools, wie Sie diskriminierungsfrei schreiben und sprechen können.
Weiterführend siehe https://www.genderleicht.de (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Fairlanguage
Nützliches Tool, um ein Wort oder ganze Texte auf Geschlechtergerechtigkeit überprüfen zu lassen. Das Programm liefert nützliche Tipps für eine geschlechtergerechte Ansprache und Formulierung.
Weiterführend siehe https://app.fairlanguage.com/ (letzter Zugriff am 04.06.2023)

FührMINT Gender Decoder
Eine Webanwendung des Lehrstuhls für Forschungs- und Wissenschaftsmanagement der Technischen Universität München zur Prüfung von Stellenanzeigen (oder ähnlicher Texte) auf geschlechtergerechte Formulierung.
Weiterführend siehe https://genderdecoder.wi.tum.de/ (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Scribbr-Genderprüfung
Lektorats- und Korrekturplattform für Abschluss- und Hausarbeiten, die eine Textprüfung, ein Genderwörterbuch und eine Anleitung zum geschlechtergerechten Schreiben zur Verfügung stellt.
Weiterführend siehe https://www.scribbr.de/gendern/ (letzter Zugriff am 04.06.2023)

Weiterführende Literatur

Weiterführende Literatur

Artikel
Susanne Günthner (2019), Sprachwissenschaft und Geschlechterforschung: Übermittelt unsere Sprache ein androzentrisches Weltbild? In: Beate Kortendiek / Birgit Riegraf / Katja Sabisch (Hg.), Geschlecht und Gesellschaft. Handbuch interdisziplinäre Geschlechterforschung. Springer VS: Wiesbaden, S. 571–579.
Publikation herunterladen (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Die Publikation beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwiefern Sprache eine männerzentrierte Wirklichkeitsperspektive reflektiert und untermauert. Dabei werden mit genderlinguistischem Fokus Geschlechterdifferenzen, genderspezifisches Kommunikationsverhalten und die Repräsentation der Geschlechter in der Sprache näher betrachtet.

Artikel
Hanna Acke (2019), Sprachwandel durch feministische Sprachkritik. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, 49, S. 303–320.
Publikation herunterladen (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Der Beitrag untersucht anhand einer exemplarischen Studie aus dem gesellschaftlichen Teilbereich der Universitäten, ob geschlechtergerechte Sprache sich für das Deutsche in bestimmten Kontexten in einem Normierungsprozess befindet.

Buch
Helga Kotthoff / Damaris Nübling (2018), Genderlinguistik. Eine Einführung in Sprache, Gespräch und Geschlecht, Narr Francke Attempto: Tübingen.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Diese Publikation behandelt alle Bereiche der Systemlinguistik sowie der Sozio- und Gesprächslinguistik und vermittelt neben Grundkenntnissen vor allem aktuelle Forschungserträge. 

Buch
Gabriele Diewald / Anja Steinhauer (2020), Richtig gendern: Wie Sie angemessen und verständlich schreiben, Dudenverlag: Berlin.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
In dieser Publikation finden sich zahlreiche Ratschläge der Dudenredaktion mit einem Abriss über Geschichte und Funktion des Genderns.

Artikel
Gabriele Diewald (2018), Zur Diskussion: Geschlechtergerechte Sprache als Thema der germanistischen Linguistik – exemplarisch exerziert am Streit um das sogenannte generische Maskulinum. In: Zeitschrift für Germanistische Linguistik, 46, S. 283–299.
Publikation herunterladen (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Der vorliegende Artikel analysiert ausführlich die Pro- und Contra-Argumente zum Thema geschlechtergerechte Sprache aus linguistischer Sicht. 

Beitrag
Christine Ivanov / Maria B. Lange / Tabea Tiemayer / Martin Ptok (2019), Geschlechtergerechte Sprache in der Wissenschaft: Gebrauch und Motivation. New Perspectives in Gender Research. Working Paper Series, Volume 2.
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Erhebung im Format einer Online-Befragung von 290 Wissenschaftler*innen aus Geschlechterforschung und Medizin. Die Ergebnisse wurden deskriptiv ausgewertet und hinsichtlich geschlechtertheoretischer Überlegungen reflektiert.

Buch
Lucia Clara Rocktäschel (2021), Richtig gendern für Dummies, Weinheim: Wiley-VCH.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
In der Publikation werden verschiedene Möglichkeiten der Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache aufgezeigt. Die Relevanz und Umsetzung geschlechtergerechter Sprache in Studium und Beruf oder auch im Internet wird dargelegt und anhand konkreter Beispiele belegt.

Buch
Lann Hornscheidt (2021), Sprachhaltung zeigen! Ein Argumentationsleitfaden für diskriminierungskritisches Sprechen und Schreiben, w_orten & meer: Berlin.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Das Buch empowert diejenigen, die ihren Sprachgebrauch ernst nehmen und inspiriert die, die sich durch ihr eigenes Sprachhandeln auf den Weg zu einer gesellschaftlichen Veränderung begeben wollen.

Buch
Lann Hornscheidt / Ja’n Sammla (2021), Wie schreibe ich divers? Wie spreche ich gendergerecht?, w_orten & meer: Berlin.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Der Leitfaden gibt konkrete Formulierungsvorschläge für verschiedene Alltags- und Berufssituationen an die Hand.

Rechtliche Expertise
Ulrike Lembke (2021), Geschlechtergerechte Amtssprache. Rechtliche Expertise zur Einschätzung der Rechtswirksamkeit von Handlungsformen der Verwaltung bei Verwendung des Gendersterns oder von geschlechtsumfassenden Formulierungen, Berlin.
Publikation herunterladen (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Juristische Expertise, die aufzeigt, dass die Umsetzung geschlechtergerechter Sprache den verfassungsrechtlichen Anforderungen entspricht.

Stellungnahme
Doppelpunkt oder Sternchen? Zur Frage der Barrierearmut einer gendersensiblen Sprache (2022). Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen e.V. (bukof).
Publikation herunterladen (PDF) (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Die Stellungnahme legt verschiedene Schlussfolgerungen und Studien dar, welche die Barrierefreiheit geschlechtergerechter Sprachformen aufzeigen und eine Empfehlung für die Verwendung des Gendersternchens ausspricht.

Buch
Kübra Gümüsay (2020), Sprache und Sein, Hanser-Literaturverlage: Berlin.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Kübra Gümüşay beschreibt wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt.

Buch
Anatol Stefanowitsch (2018), Eine Frage der Moral. Warum wir politisch korrekte Sprache brauchen, Berlin: Dudenverlag.
Weiterführend siehe hier (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Der Sprachwissenschaftler und Blogger Anatol Stefanowitsch analysiert die Debatten zum Thema geschlechtergerechte Sprache der letzten Jahre.

Genderwörterbücher/Glossare

Genderwörterbücher/Glossare

In diesen Veröffentlichungen können Sie anhand von alphabetisch gelisteten Beispielwörtern verschiedene Vorschläge abrufen, wie Wörter gegendert oder neutral umformuliert werden können.

Geschickt gendern – das Genderwörterbuch
Weiterführend siehe https://geschicktgendern.de/ (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Umfangreiches Genderwörterbuch von Johanna Usinger und Philipp Müller

Gender Glossar
Weiterführend siehe https://www.gender-glossar.de/ (Zugriff am: 04.06.2023)
Umfangreicher Gender-Glossar der Online-Zeitschrift Gender-Glossar (Open Access Journal zu Gender und Diversity im intersektionalen Diskurs)

Glossar: Gendersensibel formulieren
Weiterführend siehe https://www.uni-weimar.de/de/universitaet/struktur/zentrale-einrichtungen/gleichstellungsbuero/gendersensible-sprache/glossar/ (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Umfangreicher Gender-Glossar des Gleichstellungsbüros der Bauhaus-Universität Weimar

Gendersensible Sprache. Typische Unibegriffe
Weiterführend siehe https://www.uni-bielefeld.de/verwaltung/refkom/gendern/begriffe/ (letzter Zugriff am 05.07.2023)
Gender-Glossar zu typischen Begriffen im Hochschulkontext der Universität Bielefeld